Alle 48 Teams der WM 2026: Übersicht und Einschätzungen

Flaggen der 48 WM-2026-Teilnehmerländer in Formation auf grünem Rasen

Ladevorgang...

48 Nationen, ein Ziel: Meine Übersicht

Bei der WM 1998 in Frankreich nahmen 32 Teams teil, und das galt damals als Revolution. Heute, 28 Jahre später, stehen wir vor einer Erweiterung, die alles Bisherige in den Schatten stellt: 48 Mannschaften werden um den Titel kämpfen, 16 mehr als je zuvor. Diese Zahl ist mehr als Statistik — sie verändert das Wesen des Turniers.

Ich habe in den letzten Monaten alle 48 Teams analysiert, ihre Qualifikationswege verfolgt, ihre Kader studiert, ihre taktischen Entwicklungen beobachtet. Was ich dabei gelernt habe: Die Kluft zwischen den Topnationen und dem Rest ist kleiner geworden. Japan schlägt Deutschland, Marokko erreicht ein WM-Halbfinale, Saudi-Arabien besiegt Argentinien — das sind keine Zufälle mehr, sondern Ausdruck einer globalisierten Fussballwelt, in der Taktik und Mentalität Qualitätsunterschiede ausgleichen können.

Diese Übersicht der WM 2026 Teams sortiert die 48 Mannschaften nach Stärke, Chancen und Wettrelevanz. Ich beginne mit den Topfavoriten — den Teams, die realistisch um den Titel spielen — und arbeite mich über die Geheimfavoriten zu den regionalen Übersichten. Die Schweiz als kulturell nahestehende Mannschaft erhält ein eigenes Kapitel, ebenso die Debütanten, die zum ersten Mal an einer WM teilnehmen.

Meine Bewertungen basieren auf einer Kombination aus Daten und Beobachtung. Ich nutze Expected-Goals-Modelle, Elo-Ratings und historische Turnierergebnisse, aber ich verlasse mich nicht blind auf Zahlen. Fussball ist komplexer als jedes Modell; Motivation, Gruppendynamik und taktische Anpassungen lassen sich nicht in Algorithmen pressen. Die folgenden Einschätzungen sind meine persönliche Synthese aus allem, was ich über diese Teams weiss.

Die Topfavoriten: Meine Bewertung

Wer gewinnt die WM 2026? Diese Frage stellen mir Freunde, Kollegen und Leser seit Monaten. Meine Antwort ist unbefriedigend ehrlich: Ich weiss es nicht. Aber ich kann eingrenzen, welche Teams realistische Chancen haben und welche nur Wunschdenken bedienen.

Frankreich steht in meinem Ranking ganz oben. Die Equipe Tricolore hat Tiefe im Kader, die kein anderes Team erreicht. Kylian Mbappé ist der beste Spieler der Welt in seiner Blütezeit; hinter ihm stehen Aurélien Tchouaméni, Eduardo Camavinga, Ousmane Dembélé und eine Defensive, die sich aus Premier-League- und La-Liga-Stammkräften zusammensetzt. Didier Deschamps hat seit 2012 eine Turnierkompetenz aufgebaut, die ihresgleichen sucht: ein WM-Titel 2018, ein verlorenes Finale 2022, zwei EM-Finals. Die Quote von etwa 5.50 auf Frankreich als Weltmeister reflektiert diese Stärke — ich sehe dennoch Value, weil der Markt die anderen Favoriten tendenziell überschätzt.

Was Frankreich auszeichnet, ist die Fähigkeit, auf unterschiedliche Weisen zu gewinnen. Sie können ein Spiel dominieren und 4:0 gewinnen, aber sie können auch 1:0-Siege erzittern, wenn der Gegner stark ist. Diese taktische Flexibilität, kombiniert mit der individuellen Brillanz von Mbappé, macht sie zum gefährlichsten Team des Turniers.

Argentinien kommt als Titelverteidiger nach Nordamerika. Die Frage, die alle beschäftigt: Ist dies Lionel Messis letzte WM? Der Mann ist 38 Jahre alt, spielt in der MLS, und seine Beine sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Aber Argentinien ist mehr als Messi — Lionel Scaloni hat eine Mannschaft gebaut, die aggressiv presst, schnell umschaltet und mental härter ist als jedes andere südamerikanische Team. Julián Álvarez, Enzo Fernández und Alexis Mac Allister tragen die Last der Zukunft; ob sie ohne Messi genauso funktionieren würden, ist eine offene Frage, die 2026 noch nicht beantwortet werden muss.

England trägt das Stigma des ewigen Favoriten, der nie gewinnt. Aber die aktuelle Generation ist anders. Jude Bellingham hat sich in zwei Jahren vom Talent zum Weltklassespieler entwickelt; Bukayo Saka, Phil Foden und Cole Palmer bieten offensive Variabilität, die England nie hatte. Die Schwäche liegt im Tor und in der Defensive — Jordan Pickford ist verlässlich, aber nicht weltklasse, und die Innenverteidigung hängt von Harry Maguires Form ab. Ich bewerte England hoch, aber nicht so hoch wie der Markt: Eine Quote von 6.00 impliziert etwa 17 Prozent Siegwahrscheinlichkeit, was mir zu optimistisch erscheint.

Power-Ranking der WM-2026-Favoriten mit Statistiken und Stärken-Schwächen-Analyse

Spanien hat bei der EM 2024 gezeigt, dass die nächste goldene Generation bereitsteht. Lamine Yamal war 16, als er Deutschland im Halbfinale zerlegte; Pedri, Gavi und Nico Williams bringen eine Intensität mit, die Tiki-Taka hinter sich lässt. Das Problem: Die Konstanz über sieben WM-Runden ist etwas anderes als ein EM-Turnier mit sechs Spielen. Spaniens Kader ist jung, vielleicht zu jung für den konsistenten Druck einer erweiterten WM. Ich sehe Spanien als Semifinalisten, aber nicht zwingend als Champion.

Brasilien hat seit 2002 keinen WM-Titel mehr gewonnen — eine Durststrecke, die für ein Land mit fünf Sternen auf dem Trikot unerträglich ist. Die aktuelle Mannschaft hat Talent im Überfluss: Vinícius Júnior, Rodrygo, Endrick, Raphinha. Aber die Qualifikation für 2026 verlief holprig, mit Niederlagen gegen Argentinien und Uruguay, die Fragen aufwarfen. Brasiliens Quote von etwa 7.00 enthält das Risiko, dass dieses Team wieder an sich selbst scheitert. Ich bin skeptisch, aber nicht ablehnend.

Deutschland profitiert von der geografischen Nähe zu den USA — die Zeitverschiebung ist geringer als für andere Europäer, und die deutsche Community in Nordamerika wird die Stadien füllen. Die EM 2024 im eigenen Land endete im Viertelfinale, aber die Mannschaft zeigte Fortschritte unter Julian Nagelsmann. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind das kreative Zentrum einer Mannschaft, die defensiv stabilisiert werden muss. Eine Quote von etwa 10.00 ist fair — weder Value noch Überbewertung.

Portugal schliesst meine Liste der Topfavoriten ab. Die Generation nach Cristiano Ronaldo hat Talente hervorgebracht, die jeden Kader der Welt verstärken würden: Rafael Leão, João Félix, Vitinha, António Silva. Das Problem ist die Integration — Roberto Martínez hat noch kein System gefunden, das diese Individualisten zu einer Einheit formt. Ich sehe Portugal als Achtelfinalkandidaten, möglicherweise Viertelfinale, aber nicht mehr. Die Quote von 12.00 ist realistisch.

Geheimfavoriten und Überraschungskandidaten

Jede WM hat ihre Überraschung. Kroatien 2018, Marokko 2022, Türkei 2002 — Teams, die niemand auf der Rechnung hatte und die plötzlich um Medaillen spielten. Bei 48 Teilnehmern steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Durchbrüche; die Frage ist nur, wer es sein wird.

Marokko führt meine Liste der Geheimfavoriten an. Die Leistung bei der WM 2022 — Siege gegen Belgien, Spanien und Portugal, ein verlorenes Halbfinale gegen Frankreich — war kein Zufall. Walid Regragui hat eine Mannschaft geformt, die europäische Taktik mit afrikanischer Leidenschaft verbindet. Achraf Hakimi, Sofyan Amrabat und Youssef En-Nesyri spielen bei den besten Clubs Europas; die Defensive ist organisiert, das Umschaltspiel gefährlich. In Gruppe C mit Brasilien, Haiti und Schottland ist das Weiterkommen wahrscheinlich, und im Bracket könnte Marokko erneut für Chaos sorgen. Die Quote von etwa 30.00 auf den Titel erscheint mir zu hoch angesetzt.

Japan hat Deutschland bei der WM 2022 geschlagen und Spanien gleich hinterher. Diese Ergebnisse waren keine Glückstreffer — Japan spielt einen intensiven, technisch hochwertigen Fussball, der europäische Mannschaften vor Probleme stellt. Kaoru Mitoma, Takefusa Kubo und Junya Ito bringen Premier-League- und La-Liga-Erfahrung mit; das Kollektiv ist stärker als jede Einzelperson. In Gruppe F gegen die Niederlande, Schweden und Tunesien ist der Gruppensieg möglich, nicht nur das Weiterkommen. Die japanische Spielweise basiert auf blitzschnellem Pressing und präzisem Passspiel — ein Alptraum für Teams, die den Ball gerne halten.

Senegal hat 2022 gezeigt, dass afrikanischer Fussball auf dem höchsten Niveau konkurrieren kann. Der Verlust von Sadio Mané durch eine Verletzung vor dem Turnier war ein Rückschlag, aber die Mannschaft hat Alternativen. Ismaïla Sarr, Iliman Ndiaye und Pape Matar Sarr tragen die offensive Last; Édouard Mendy im Tor bietet Champions-League-Erfahrung. Gruppe I mit Frankreich ist anspruchsvoll, aber Irak und Norwegen sind schlagbar. Die Löwen von Teranga haben eine Identität, die über Einzelspieler hinausgeht.

Die Niederlande sind kein klassischer Geheimfavorit — dreimal Vizeweltmeister ist kein Underdog-Status. Aber die aktuelle Mannschaft wird unterschätzt. Virgil van Dijk organisiert eine Defensive, die schwer zu überwinden ist; Cody Gakpo hat sich bei Liverpool zum gefährlichen Flügelspieler entwickelt. Ronald Koeman hat ein System etabliert, das pragmatischer ist als das traditionelle niederländische Offensivspiel. In Gruppe F sind die Oranjes Favorit, und das Bracket könnte freundlich fallen.

Kroatien schliesst diese Liste ab. Die goldene Generation um Luka Modrić, Ivan Perišić und Mario Mandžukić ist gealtert, aber nicht verschwunden. Modrić ist 40, spielt aber immer noch auf höchstem Niveau bei Real Madrid. Jüngere Spieler wie Joško Gvardiol und Mateo Kovačić tragen zunehmend Verantwortung. Das Problem: Die Breite fehlt. Kroatien kann Topspiele gewinnen, aber über sieben Runden fehlt die Tiefe. Für ein Viertelfinale reicht es; darüber hinaus wird es schwierig.

Was diese Teams verbindet: Sie haben realistische Chancen auf das Viertelfinale oder Halbfinale, werden aber vom Markt nicht als Titelkandidaten behandelt. Die Quoten liegen zwischen 25.00 und 60.00 — hoch genug für attraktive Renditen, niedrig genug für ernsthafte Überlegungen. Wer Value sucht, findet ihn hier eher als bei den überbewerteten Topfavoriten.

Europas Vertreter im Check

16 europäische Teams haben sich für die WM 2026 qualifiziert — ein Drittel aller Teilnehmer, obwohl Europa nur etwa 10 Prozent der FIFA-Mitglieder stellt. Diese Dominanz spiegelt die historische Stärke des Kontinents wider, aber sie bröckelt. Bei der WM 2022 scheiterten Deutschland und Belgien in der Gruppenphase, Spanien flog gegen Marokko raus, und nur Frankreich erreichte das Finale. Europa ist nicht mehr unantastbar.

Die Top-Nationen habe ich bereits behandelt — Frankreich, England, Spanien, Deutschland, Portugal. Aber dahinter stehen Teams, die unterschätzt werden und für Überraschungen sorgen können.

Belgien geht mit einem Kader in das Turnier, der seinen Zenit überschritten hat. Kevin De Bruyne ist 34, Romelu Lukaku hat seine besten Jahre hinter sich, Thibaut Courtois kämpft mit Verletzungen. Die goldene Generation, die nie einen Titel gewann, bekommt ihre letzte Chance — aber ich bezweifle, dass sie sie nutzen wird. Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland ist machbar, aber das erste echte Topspiel könnte das letzte sein. Die Quoten auf Belgien spiegeln noch immer den Glanz vergangener Jahre wider, nicht die aktuelle Realität.

Italien hat sich nicht qualifiziert. Zum zweiten Mal in Folge fehlt der Europameister von 2021 bei einer WM — ein Debakel für den italienischen Fussball, das Konsequenzen haben wird. Für das Turnier selbst bedeutet es: Ein potenzieller Stolperstein für Favoriten fehlt. Die Azzurri hätten in jedem Bracket für Unruhe sorgen können.

Österreich ist die positive Überraschung der europäischen Qualifikation. Ralf Rangnick hat eine Mannschaft geformt, die aggressiv presst, schnell umschaltet und unangenehm zu bespielen ist. David Alaba, wenn fit, bleibt Weltklasse; dahinter haben sich Konrad Laimer, Christoph Baumgartner und Michael Gregoritsch zu zuverlässigen Kräften entwickelt. In Gruppe J gegen Argentinien ist der Gruppensieg unrealistisch, aber Platz 2 vor Algerien und Jordanien ist machbar. Ein Achtelfinale wäre ein Erfolg, den das Land seit 1954 nicht mehr erlebt hat.

Dänemark hat bei der EM 2020 das Halbfinale erreicht und bei der WM 2022 in der Gruppenphase enttäuscht — diese Inkonstanz ist typisch für ein Team, das Talente hat, aber keinen Superstar. Christian Eriksen ist das Herz der Mannschaft, aber er wird älter. Kasper Hjulmand muss jüngere Spieler wie Rasmus Højlund und Mohamed Daramy integrieren. Die Gruppe bleibt abzuwarten, aber Dänemark ist ein Team, das jeden schlagen kann — und gegen jeden verlieren.

Schweden hat sich nach dem Verpassen der WM 2022 rehabilitiert. Die neue Generation um Alexander Isak und Dejan Kulusevski bringt Premier-League-Qualität mit. In Gruppe F gegen die Niederlande und Japan wird es eng, aber die Skandinavier haben die Mentalität für K.o.-Spiele.

Die Ukraine qualifizierte sich unter Umständen, die über Fussball hinausgehen. Die Mannschaft spielt keine Heimspiele im eigenen Land, die Spieler sind über ganz Europa verstreut, und der Krieg ist ein ständiger Schatten. Trotzdem hat das Team gezeigt, dass es konkurrenzfähig ist. Artem Dovbyk, Torschützenkönig der La Liga 2024, ist der offensive Hoffnungsträger; dahinter steht ein Kollektiv, das aus Widrigkeiten Stärke zieht.

Schottland, Wales und die Schweiz komplettieren die europäische Delegation — die Schweiz behandle ich separat. Schottland hat sich zum zweiten Mal in Folge qualifiziert, was für ein Land dieser Grösse bemerkenswert ist. Andy Robertson und John McGinn bringen Premier-League-Qualität, aber die Tiefe fehlt. In Gruppe C gegen Brasilien, Marokko und Haiti ist das Weiterkommen schwierig, aber nicht unmöglich.

Tschechien und Bosnien und Herzegowina sind die Überraschungspakete der europäischen Qualifikation. Beide Teams haben weniger individuelle Klasse als die grossen Nationen, aber mehr taktische Disziplin als viele erwarten. Sie werden keine Titel gewinnen, aber sie werden Favoriten ärgern. Für Wettende sind sie interessante Optionen für Spezialwetten — hohe Disziplin bedeutet oft weniger Tore und mehr Unentschieden.

Nord- und Südamerika: Heimvorteil?

Die WM findet auf amerikanischem Boden statt, und das sollte den Teams des Kontinents helfen. Kürzere Reisen, vertraute Klimabedingungen, Unterstützung der lokalen Fangemeinden — diese Faktoren haben bei vergangenen Weltmeisterschaften den Unterschied gemacht. Brasilien 2014, Südkorea 2002, Frankreich 1998: Gastgeber oder Gastgeber-Nachbarn profitieren.

Die USA als Hauptgastgeber haben die beste Mannschaft ihrer Geschichte. Christian Pulisic ist der Anführer, aber dahinter steht eine Generation, die in Europa ausgebildet wurde: Weston McKennie bei Juventus, Tyler Adams, Giovanni Reyna, Yunus Musah. Gregg Berhalter hat ein System etabliert, das amerikanische Athletik mit europäischer Taktik verbindet. In Gruppe D gegen Paraguay, Australien und die Türkei ist der Gruppensieg Pflicht; darüber hinaus wird es spannend. Die amerikanischen Fans werden die Stadien füllen, und dieser Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen.

Mexiko trägt das Gewicht der Geschichte. Sieben Mal in Folge ist die Mannschaft im Achtelfinale gescheitert — ein Fluch, der das Land verfolgt. Der Kader hat Qualität: Hirving Lozano, Edson Álvarez, César Montes. Aber die Erwartungen sind so hoch, dass alles ausser einem Viertelfinaleinzug als Enttäuschung gilt. Das Eröffnungsspiel im Estadio Azteca gegen Südafrika ist ein Moment, den das Land seit acht Jahren herbeigesehnt hat. Die Atmosphäre in diesem Stadion wird elektrisierend sein.

Kanada ist der Underdog unter den Gastgebern. Die Mannschaft hat sich 2022 erstmals seit 36 Jahren für eine WM qualifiziert und dort wertvolle Erfahrungen gesammelt — auch wenn alle drei Gruppenspiele verloren gingen. Alphonso Davies ist Weltklasse, Jonathan David trifft regelmässig in Europas Topligen. In Gruppe B gegen die Schweiz wird das entscheidende Duell um Platz 2 ausgetragen. Die kanadische Fussballkultur wächst rasant, und dieses Turnier könnte der Durchbruch sein.

Argentinien und Brasilien führen die südamerikanische Delegation an, aber dahinter stehen Teams, die unterschätzt werden. Uruguay hat eine Tradition, die über seine Bevölkerungszahl hinausgeht — zwei WM-Titel, eine Mentalität, die niemals aufgibt. Federico Valverde ist einer der komplettesten Mittelfeldspieler der Welt; Darwin Núñez bringt Tore und Chaos gleichermassen. In Gruppe H gegen Spanien wird das Kräftemessen früh entschieden.

Kolumbien und Ecuador komplettieren die südamerikanische Präsenz. Kolumbien hat sich durch eine solide Qualifikation gekämpft und bringt mit Luis Díaz einen Spieler, der Spiele allein entscheiden kann. James Rodríguez bleibt trotz seines Alters ein Faktor, wenn er fit ist. Ecuador ist physisch stark, defensiv organisiert und schwer zu schlagen. Beide Teams können das Achtelfinale erreichen, aber darüber hinaus fehlt die Klasse.

Paraguay und Haiti sind die Aussenseiter. Paraguay hat eine pragmatische Spielweise, die Favoriten frustrieren kann, aber wenig offensive Durchschlagskraft. Die südamerikanische Qualifikation war ein Kampf, den sie nur knapp überstanden haben. Haiti ist zum ersten Mal seit 1974 bei einer WM dabei und wird die Erfahrung geniessen, ohne realistische Chancen auf das Weiterkommen. Für die karibische Nation ist die blosse Teilnahme bereits ein historischer Erfolg.

Afrika, Asien, Ozeanien: Die Aussenseiter

Die Erweiterung auf 48 Teams gibt den Verbänden ausserhalb Europas und Südamerikas mehr Plätze. Afrika erhält 9 statt 5 Startplätze, Asien 8 statt 4 oder 5, Ozeanien garantiert einen. Diese Umverteilung verändert das Turnier grundlegend — und bietet Chancen für Wettende, die diese Regionen verstehen.

Afrikas Vertreter sind stärker als je zuvor. Neben Marokko und Senegal, die ich bereits behandelt habe, bringen Côte d’Ivoire, Ägypten, Ghana, Algerien, Südafrika und die Debütanten Cabo Verde und DR Kongo kontinentales Flair. Côte d’Ivoire hat den Afrikameisterschafts-Titel 2024 im eigenen Land gewonnen — mit Spielern wie Sébastien Haller, Serge Aurier und Franck Kessié. Ägypten bringt Mohamed Salah mit, einen der besten Spieler der Premier League. Algerien hat seit dem Afrikameisterschafts-Titel 2019 nachgelassen, aber die Qualität für Überraschungen ist vorhanden.

Asiens Delegation umfasst Japan, Südkorea, Australien, Saudi-Arabien, Iran, Irak und die Debütanten Katar, Jordanien und Usbekistan. Japan und Südkorea sind die stärksten asiatischen Teams und werden regelmässig unterschätzt. Südkorea hat mit Son Heung-min einen Superstar, dessen Einfluss auf das Team enorm ist. Saudi-Arabien hat bei der WM 2022 Argentinien geschlagen und damit bewiesen, dass sie an guten Tagen jeden schlagen können. Iran bringt eine defensive Solidität mit, die schwer zu knacken ist.

Ozeanien ist durch Neuseeland vertreten — zum dritten Mal überhaupt bei einer WM-Endrunde. Die All Whites haben keine realistischen Chancen auf das Weiterkommen, aber sie werden die Erfahrung wertschätzen und als Botschafter ihres Kontinents auftreten.

Weltkarte mit den 48 WM-2026-Teilnehmern nach Regionen eingefärbt

Die Türkei gehört geografisch zu Asien, ist aber UEFA-Mitglied. Die Mannschaft hat sich über den europäischen Weg qualifiziert und bringt eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften mit. Arda Güler ist das grösste türkische Talent seit Jahren; hinter ihm stehen Spieler wie Hakan Çalhanoğlu und Ferdi Kadıoğlu. In Gruppe D gegen die USA, Paraguay und Australien ist das Weiterkommen realistisch.

Für Wettende bieten diese Teams Value, weil der Markt sie systematisch unterschätzt. Die öffentliche Wahrnehmung fokussiert sich auf europäische Namen, während afrikanische und asiatische Teams in den Quoten benachteiligt werden. Wer die Stärke von Côte d’Ivoire oder Japan versteht, findet Wetten, die der Markt nicht korrekt bewertet.

Schweiz: Unsere Mannschaft im Detail

Für uns in Liechtenstein ist die Schweizer Nati mehr als eine von 48 Mannschaften. Die kulturelle Nähe, die gemeinsame Sprache, die geteilte Fussballinfrastruktur — all das macht die Schweiz zu „unserer“ Mannschaft bei dieser WM. Und zum ersten Mal seit langem habe ich das Gefühl, dass diese Mannschaft etwas Besonderes erreichen kann.

Die Qualifikation verlief souverän. Acht Spiele, sechs Siege, zwei Unentschieden, null Niederlagen — Gruppensieger vor Rumänien, Israel und Kosovo. Die Defensive kassierte nur drei Gegentore in acht Spielen; die Offensive erzielte 15. Diese Balance ist das Markenzeichen von Murat Yakins Mannschaft: solide hinten, effizient vorne, keine Experimente.

Der Kader bietet eine Mischung aus Erfahrung und Jugend, die bei Turnieren entscheidend sein kann. Granit Xhaka ist das Herz des Teams — 115 Länderspiele, drei Weltmeisterschaften, ein Anführer, der Verantwortung übernimmt. Neben ihm hat sich eine neue Generation etabliert: Ardon Jashari, 21 Jahre alt und bereits Stammkraft; Fabian Rieder, der bei Stuttgart zum Nationalspieler gereift ist; Zeki Amdouni, dessen Torgefahr der Offensive Optionen gibt.

In der Defensive ist Manuel Akanji der Schlüsselspieler. Bei Manchester City hat er sich als einer der besten Innenverteidiger Europas etabliert; seine Ruhe am Ball und sein Positionsspiel geben der Mannschaft Stabilität. Neben ihm rotieren Nico Elvedi und Fabian Schär, beide mit Erfahrung auf höchstem Niveau. Im Tor bleibt Yann Sommer gesetzt — 92 Länderspiele, ein Reflexmonster, das die Schweiz bei der EM 2020 mit gehaltenen Elfmetern ins Viertelfinale brachte.

Gruppe B ist anspruchsvoll, aber machbar. Kanada als Co-Gastgeber wird unterschätzt; Alphonso Davies allein macht das Team gefährlich. Aber die Schweiz hat mehr individuelle Qualität auf allen Positionen. Katar ist seit dem Heimturnier 2022 in der Bedeutungslosigkeit versunken — drei Niederlagen, null Punkte, null Tore im eigenen Land. Bosnien und Herzegowina hat sich durch die Playoffs gequält und wirkt erschöpft.

Meine Prognose: Die Schweiz gewinnt Gruppe B und trifft in der Round of 32 auf einen Drittplatzierten — wahrscheinlich aus den Gruppen E, F, G, I oder J. Das könnten Teams wie Ecuador, Tunesien, Iran oder Norwegen sein. Allesamt schlagbar. Im Achtelfinale wartet dann möglicherweise Spanien oder Uruguay aus Gruppe H — ein schwerer Brocken, aber kein unüberwindbarer.

Die Quoten auf ein Schweizer Viertelfinale liegen bei etwa 3.50 — ein Wert, den ich für attraktiv halte. Das Weiterkommen aus der Gruppe ist fast sicher; der Sieg in der Round of 32 ist wahrscheinlich. Das Achtelfinale wird das erste echte Prüfung, aber die Schweiz hat bei der EM 2020 Frankreich rausgeworfen und bei der WM 2022 Serbien geschlagen. Diese Mannschaft kann grosse Gegner besiegen.

Debütanten 2026: Wer überrascht?

Vier Teams nehmen zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil: Cabo Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan. Dazu kommen Rückkehrer nach langer Abwesenheit: DR Kongo (erstmals seit 1974), Haiti (seit 1974) und Irak (seit 1986). Diese Neulinge bringen frische Energie und unberechenbare Spielweisen mit — und sie haben nichts zu verlieren.

Cabo Verde ist die Sensation der afrikanischen Qualifikation. Ein Inselstaat mit weniger als 600’000 Einwohnern hat sich gegen Nigeria, Libyen, Rwanda und Sao Tome durchgesetzt. Die Mannschaft besteht fast ausschliesslich aus Spielern mit Auslandserfahrung — viele in Portugal, einige in höheren europäischen Ligen. Der Stil ist kompakt, defensiv diszipliniert und auf Konter ausgerichtet. In Gruppe H gegen Spanien, Saudi-Arabien und Uruguay sind die Chancen gering, aber ein Punktgewinn wäre eine historische Leistung. Die Insel wird im Juni stillstehen.

Curaçao vertritt die Karibik und ist damit Teil einer WM-Tradition kleiner Inselstaaten. Die Mannschaft hat in der CONCACAF-Qualifikation überrascht und verdient den Platz. Die individuelle Qualität ist begrenzt, aber das Kollektiv ist eingespielt. In Gruppe E gegen Deutschland, Côte d’Ivoire und Ecuador wird jedes Spiel ein Kampf ums Überleben. Die Niederländischen Antillen haben eine Fussballkultur, die stärker ist als ihre Bevölkerungszahl vermuten lässt.

Jordanien hat sich über die asiatische Qualifikation durchgesetzt und dabei Teams wie Südkorea und Bahrain hinter sich gelassen. Die Mannschaft ist taktisch diszipliniert, physisch stark und schwer zu bespielen. In Gruppe J gegen Argentinien, Algerien und Österreich ist Platz 3 realistisch — und damit möglicherweise das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten. Die jordanische Defensive wird unterschätzt; sie haben in der Qualifikation nur wenige Gegentore kassiert.

Usbekistan ist das stärkste der debütierenden Teams. Die Mannschaft hat in Asien eine beeindruckende Qualifikation gespielt und bringt Spieler mit Erfahrung in europäischen Ligen mit. In Gruppe K gegen Portugal, DR Kongo und Kolumbien ist der Wettbewerb hart, aber Usbekistan hat die Qualität für Überraschungen. Die zentralasiatische Republik hat jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet.

DR Kongo kehrt nach 50 Jahren zurück — das letzte Mal hiess das Land noch Zaire und verlor alle Gruppenspiele, darunter ein 0:9 gegen Jugoslawien. Die heutige Mannschaft ist eine andere: Chancel Mbemba, Yoane Wissa und Cédric Bakambu spielen in Europas Topligen. Die Erwartungen sind gestiegen, aber der Druck einer Debütanten-Nation fehlt nicht mehr.

Für Wettende bieten Debütanten ein interessantes Risiko-Ertrags-Profil. Die Quoten sind hoch, weil der Markt wenig über diese Teams weiss. Wer seine Hausaufgaben macht und die Stärken dieser Mannschaften versteht, findet möglicherweise Value, wo andere nur Aussenseiter sehen. Ein Remis von Jordanien gegen Österreich oder ein Punktgewinn von Usbekistan gegen Kolumbien wären keine Sensationen — aber die Quoten behandeln sie so.

Mein Power-Ranking: Top 10

Nach Monaten der Analyse, Hunderten von Spielen und unzähligen Statistiken habe ich mein persönliches Ranking der WM 2026 Teams erstellt. Dieses Ranking basiert auf Kaderqualität, Turnierform, taktischer Kohärenz und dem, was ich „WM-DNA“ nenne — die Fähigkeit, unter Druck zu liefern.

An der Spitze steht Frankreich. Tiefe im Kader, Erfahrung im Turniergeschäft, ein Superstar in Bestform. Die Quote von etwa 5.50 ist gerechtfertigt, aber nicht übertrieben. Hinter Frankreich folgt Argentinien — der Titelverteidiger hat die Mentalität, aber die Abhängigkeit von Messi bleibt ein Risiko. England komplettiert mein Podium; die Qualität ist da, die Frage ist nur, ob sie endlich abgerufen wird.

Spanien auf Platz 4 bringt die aufregendste Mannschaft des Turniers mit, aber die Jugend ist Segen und Fluch zugleich. Brasilien auf Platz 5 hat mehr Talent als Organisation — gefährlich, aber anfällig. Deutschland auf Platz 6 profitiert von der geografischen Nähe und einem Trainer, der grosse Spiele gewinnt. Portugal auf Platz 7 ist besser als sein Ruf, aber inkonstant.

Die Plätze 8 bis 10 gehören den Geheimfavoriten: Niederlande, Kroatien, Marokko. Diese Teams können jeden schlagen, sind aber selbst nicht unangreifbar. Die Quoten zwischen 25.00 und 50.00 bieten Value für Wettende, die an Überraschungen glauben.

Die Schweiz rangiert in meinem Ranking auf Platz 14 — zu gut für die Gruppenphase, stark genug für ein Viertelfinale, aber nicht tief genug für einen Titelkampf. Das ist keine Kritik, sondern eine realistische Einschätzung. Die Nati hat ihre Stärken, und sie kann sie in Nordamerika ausspielen. Mehr als das kann niemand verlangen.

Einen detaillierten Blick auf jede der 12 WM-Gruppen finden Sie in meiner separaten Analyse. Dort gehe ich tiefer in die Konstellationen und gebe konkrete Prognosen für Gruppensieger und Weiterkommen.

Wie viele europäische Teams nehmen an der WM 2026 teil?
16 europäische Mannschaften haben sich für die WM 2026 qualifiziert. Dazu gehören Frankreich, England, Spanien, Deutschland, Portugal, Niederlande, Belgien, Kroatien, die Schweiz, Österreich, Dänemark, Tschechien, Schottland, Bosnien und Herzegowina sowie die Ukraine und Schweden.
Welche Teams nehmen zum ersten Mal an einer WM teil?
Vier Teams debütieren bei der WM 2026: Cabo Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan. Zusätzlich kehren DR Kongo, Haiti und Irak nach Jahrzehnten der Abwesenheit zurück.
Wer ist der Topfavorit auf den WM-Titel 2026?
Frankreich führt die meisten Favoritenlisten an, gefolgt von Argentinien und England. Die Quoten liegen für Frankreich bei etwa 5.50, für Argentinien bei 6.00 und für England bei 6.50. Brasilien, Spanien und Deutschland folgen dahinter.