Belgien bei der WM 2026: Letzte Chance der goldenen Generation?

Belgische Nationalmannschaft bei der WM 2026

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Die Zeit läuft ab. Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku, Eden Hazard — Namen, die eine Dekade lang den belgischen Fussball prägten und die Roten Teufel zur Nummer eins der FIFA-Weltrangliste führten, eine Position, die sie über Jahre hielten. Doch der grosse Titel blieb aus. Der dritte Platz bei der WM 2018 in Russland, als Belgien im Halbfinale an Frankreich scheiterte, war der Höhepunkt einer Generation, die so viel versprach. Seitdem geht es bergab. Das bittere Viertelfinal-Aus gegen Italien bei der EM 2020, das beschämende Gruppenaus bei der WM 2022 mit nur einem Punkt — die goldene Generation verblasst, ohne ihr Versprechen eingelöst zu haben. Die WM 2026 in Nordamerika könnte die letzte Chance sein, bevor der Generationswechsel abgeschlossen ist und neue Gesichter die Verantwortung übernehmen. Ich habe Belgien seit dem Debakel in Katar intensiv verfolgt, und was ich sehe, ist eine Mannschaft im schmerzhaften Übergang — mit der Erfahrung und den Narben von gestern und der Unsicherheit von morgen.

Die Frage, die über allem schwebt: Wie viel haben die Veteranen noch zu geben? De Bruyne ist bei der WM 2026 etwa 34 Jahre alt, Lukaku 33, und beide sind nicht mehr die Spieler, die sie vor fünf Jahren waren, als sie die Welt dominierten. Aber beide bringen Erfahrung und Qualität mit, die schwer zu ersetzen sind — De Bruynes Pässe, Lukakus Torgefahr. Der Trainer steht vor der schwierigsten Aufgabe im modernen Fussball: die Balance zwischen Loyalität zu den Veteranen und der Integration neuer Talente zu finden. Diese Balance wird über den Erfolg oder das Scheitern bei der WM entscheiden.

Belgiens goldene Generation begann 2014 mit dem begeisternden Viertelfinal-Einzug bei der WM in Brasilien, wo junge Talente wie Hazard und De Bruyne die Welt verzauberten. Seitdem war das Team bei jedem grossen Turnier unter den Top-8, aber nie im Finale — immer nah dran, aber nie am Ziel. Diese Konstanz zeigt Qualität, aber auch die Unfähigkeit, den letzten, entscheidenden Schritt zu machen. Die WM 2026 ist möglicherweise die letzte Chance, diese Bilanz zu verbessern — oder das endgültige Urteil über eine Generation, die mehr versprach als sie jemals halten konnte.

Kader: Wer führt nach De Bruyne?

Der belgische Kader für die WM 2026 ist eine Mischung aus alternden Stars und aufstrebenden Talenten. Die Frage der Führung ist zentral — wenn De Bruyne und Lukaku nicht mehr auf höchstem Niveau spielen, wer übernimmt die Verantwortung?

Im Tor steht Thibaut Courtois, einer der besten Torhüter der Welt und vielleicht der beste seiner Generation. Der Real-Madrid-Keeper hat alles gewonnen, was es im Clubfussball zu gewinnen gibt — La Liga, Champions League, zahllose individuelle Auszeichnungen. Seine Erfahrung auf höchstem Niveau und seine natürliche Klasse sind ein enormer Vorteil für Belgien, ein Trumpf, den nicht viele Nationalmannschaften haben. Seine imposante physische Präsenz gibt dem gesamten Team Sicherheit und Selbstvertrauen, und seine spektakulären Paraden können einzelne Spiele und ganze Turniere entscheiden.

Die Verteidigung hat sich nach dem Rücktritt der goldenen Generation verjüngt und befindet sich im Umbruch. Die glorreiche Ära von Vincent Kompany, Jan Vertonghen und Toby Alderweireld ist endgültig vorbei, und neue, jüngere Gesichter müssen diese grossen Fussstapfen ausfüllen. Die Qualität ist ehrlich gesagt nicht mehr auf dem Niveau vergangener Turniere, als Belgien eine der besten Defensiven der Welt hatte, aber die jüngeren Spieler bringen Dynamik, Geschwindigkeit und Entwicklungspotenzial mit. Die entscheidende Frage ist, ob sie unter dem enormen Druck einer WM-Endrunde bestehen und ihr Potenzial abrufen können.

Das Mittelfeld bleibt De Bruynes Reich, solange er fit und in Topform ist. Seine visionären Pässe, seine taktische Übersicht und seine Fähigkeit, Spiele zu kontrollieren und zu dirigieren, sind auf absolutem Weltklasseniveau — er ist einer der komplettesten Mittelfeldspieler der Fussballgeschichte. Neben ihm spielen jüngere Mittelfeldspieler, die von seiner enormen Erfahrung profitieren und gleichzeitig frische Energie, Laufbereitschaft und neue Ideen einbringen sollen. Die Integration dieser Generation ist der Schlüssel.

Im Sturm ist Romelu Lukaku nach wie vor die Referenz und der natürliche Angriffspunkt, auch wenn seine absolut besten Jahre möglicherweise hinter ihm liegen. Seine beeindruckende Physis, seine instinktive Torgefahr und seine jahrelange Erfahrung auf höchstem Niveau machen ihn zum natürlichen Angriffszentrum, um das herum das Offensivspiel aufgebaut wird. Jüngere Talente wie Jérémy Doku bringen explosives Tempo und kreative Unberechenbarkeit auf den Flügeln mit und repräsentieren die vielversprechende Zukunft des belgischen Fussballs.

Die Veteranen und ihre Nachfolger

Kevin De Bruyne ist das absolute Herzstück der belgischen Mannschaft und einer der besten Mittelfeldspieler seiner Generation — viele würden sagen, der beste. Bei Manchester City hat er unter Pep Guardiola alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt — mehrfacher Premier-League-Meister, Champions-League-Sieger, zahllose individuelle Auszeichnungen und Rekorde. Was ihm schmerzhaft fehlt, ist ein grosser Titel mit der Nationalmannschaft, eine Lücke in seinem ansonsten makellosen Palmarès. Die WM 2026 könnte seine allerletzte realistische Chance sein, diese Lücke zu schliessen und sein Vermächtnis zu vervollständigen. Seine Motivation wird entsprechend enorm sein, aber auch der Druck, unter dem er steht.

Romelu Lukaku ist einer der besten und produktivsten Torjäger der belgischen Fussballgeschichte, mit einer beeindruckenden Länderspielstatistik, die ihresgleichen sucht. Aber bei grossen Turnieren hat er zu oft enttäuscht und wichtige Chancen vergeben — die vergebenen Grosschancen bei der WM 2022, als Belgien überraschend in der Gruppenphase ausschied, sind schmerzlich unvergessen und haben seinen Ruf beschädigt. Bei der WM 2026 muss er unbedingt liefern, wenn Belgien weit kommen und die goldene Generation erlösen will. Die bange Frage ist, ob sein Körper und sein Geist nach Jahren der Höhen und Tiefen, der Wechsel und der Kritik noch vollständig bereit sind für diese letzte grosse Herausforderung.

Jérémy Doku repräsentiert die hoffnungsvolle neue Generation des belgischen Fussballs. Der explosive Flügelspieler von Manchester City bringt atemberaubendes Tempo, exzellente Technik und jugendliche Unbekümmertheit mit, die dem Team eine neue Dimension geben. Seine Dribblings sind spektakulär und oft nicht zu verteidigen, seine Entwicklung unter Pep Guardiola ist beeindruckend und kontinuierlich. Bei der WM 2026 wird er eine absolute Schlüsselrolle spielen und möglicherweise den entscheidenden Unterschied machen, wenn die alternden Veteranen müde werden und frische Impulse brauchen.

Die grösste Herausforderung für den Trainer ist die harmonische Integration dieser verschiedenen Generationen. Wie kombiniert man optimal die unersetzliche Erfahrung und Klasse von De Bruyne und Lukaku mit der explosiven Energie und Unbekümmertheit von Doku und anderen jungen Spielern? Wie schafft man eine Hierarchie, die beide Gruppen respektiert? Diese Balance zu finden und zu pflegen ist absolut entscheidend für den Erfolg bei der WM.

Gruppe G: Ägypten, Iran, Neuseeland

Belgiens Gruppe ist auf dem Papier die leichteste, die man sich wünschen kann. Kein Topgegner, keine Überraschungsmannschaft aus Europa oder Südamerika — nur Teams aus der zweiten Reihe des Weltfussballs. Das ist Segen und Fluch zugleich.

Ägypten ist der stärkste Gegner, aber ohne Mohamed Salah — dessen Teilnahme ungewiss ist — fehlt der Mannschaft der Starspieler, der den Unterschied machen kann. Die „Pharaonen“ spielen organisierten Fussball und haben treue Fans, aber gegen Belgien sind sie klarer Aussenseiter. Die Quote für einen belgischen Sieg liegt bei etwa 1.45.

Iran vertritt den asiatischen Fussball und hat bei der WM 2022 für Aufsehen gesorgt — der Sieg gegen Wales ist in Erinnerung. Die Mannschaft spielt disziplinierten, defensiven Fussball und ist schwer zu knacken. Dennoch ist Belgien Favorit mit Quoten um 1.55.

Neuseeland ist der WM-Neuling der Gruppe. Das ozeanische Team hat sich überraschend qualifiziert und wird das Turnier geniessen. Gegen Belgien ist ein deutlicher Sieg zu erwarten, die Quote liegt bei etwa 1.20.

Meine Prognose: Belgien beendet die Gruppenphase auf Platz eins mit neun Punkten. Die leichte Gruppe bietet die Chance, Selbstvertrauen zu tanken und die Taktik zu verfeinern, aber sie testet das Team nicht gegen Weltklasse-Gegner — was ein Problem in der K.o.-Phase werden könnte.

Quoten: Zu hoch bewertet?

Die Buchmacher sehen Belgien als Aussenseiter, mit Quoten zwischen 25.00 und 35.00 auf den WM-Titel. Diese Einschätzung reflektiert den Niedergang seit 2018 und die Unsicherheit über die Form der Schlüsselspieler. Belgien ist nicht mehr der Favorit, der sie einmal waren.

Das Erreichen des Halbfinals wird mit Quoten um 4.00 angeboten, was angesichts der leichten Gruppe und der Kaderqualität interessant sein könnte. Das Viertelfinale ist mit einer Quote um 2.20 die solidere Option.

Bei Spielerwetten ist De Bruyne als Turnierspieler mit Quoten um 25.00 eine spekulative Option, falls er seine Form findet. Lukaku als Torschützenkönig liegt bei etwa 20.00, aber seine Turnierbilanz mahnt zur Vorsicht.

Meine Einschätzung: Belgien ist möglicherweise überbewertet bei den Titelquoten, aber unterbewertet beim Viertelfinale. Die beste Option sehe ich bei „Belgien erreicht das Viertelfinale“ mit einer Quote um 2.20 — die Gruppe ist leicht, und die Erfahrung sollte reichen.

Meine Einschätzung

Nach Analyse aller Faktoren sehe ich Belgien als einen der zehn bis fünfzehn wahrscheinlichsten Weltmeister 2026. Die goldene Generation hat ihre beste Zeit eindeutig hinter sich, aber Erfahrung, Restqualität und die Motivation einer letzten Chance könnten für eine Überraschung reichen. Der Titel ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, wenn wirklich alles zusammenkommt und die Veteranen ihre Form finden.

Kritische Faktoren sind die Fitness und Form von De Bruyne und Lukaku sowie die Fähigkeit der jungen Spieler wie Doku, unter dem enormen Druck eines WM-Turniers zu bestehen. Die leichte Gruppe ist ein Vorteil für den Einstieg, aber die K.o.-Phase wird zeigen, ob Belgien noch zu den absoluten Topnationen des Weltfussballs gehört oder ob die Zeit der Roten Teufel auf höchstem Niveau vorbei ist.

Die Stärke liegt in der Torwartposition mit Courtois und der offensiven Kreativität, wenn De Bruyne seinen Tag hat. Die Schwäche ist die Defensive, die nicht mehr auf dem Niveau vergangener Turniere ist, sowie die Ungewissheit über die Integration der Generationen. Eine Mannschaft im Übergang ist schwer einzuschätzen — das macht Wetten riskant, aber auch potenziell lukrativ.

Meine Wahrscheinlichkeitseinschätzung: Gruppenphase überstehen — 95 Prozent. Achtelfinale überstehen — 55 Prozent. Viertelfinale erreichen — 45 Prozent. Halbfinale erreichen — 25 Prozent. Finale erreichen — 12 Prozent. WM-Titel — 5 Prozent. Diese Zahlen ordnen Belgien als Aussenseiter mit Restpotenzial ein.

Für Wetten empfehle ich „Belgien erreicht das Viertelfinale“ mit einer Quote um 2.20 als beste Option mit gutem Risiko-Rendite-Verhältnis. Der Check der Gruppe G zeigt die Konstellation und bestätigt, dass die Gruppenphase kein ernsthaftes Problem sein sollte. Die goldene Generation hat eine allerletzte Chance — ob sie sie nutzt und endlich liefert, ist die grosse, emotionale Frage dieser WM.

Ist die goldene Generation Belgiens am Ende?
Die Schlüsselspieler De Bruyne und Lukaku sind älter geworden, aber noch aktiv. Die WM 2026 könnte ihr letztes grosses Turnier sein. Die nächste Generation um Doku und andere übernimmt schrittweise, aber der Übergang ist nicht abgeschlossen.
Warum hat Belgien nie einen grossen Titel gewonnen?
Trotz enormer Talentdichte blieb der Titel verwehrt. Der dritte Platz 2018 war der Höhepunkt. Verletzungen, Pech und fehlende Kaltblütigkeit in entscheidenden Momenten werden als Gründe genannt. Die WM 2026 ist eine letzte Chance.
Wie weit kommt Belgien bei der WM 2026?
Das Viertelfinale ist realistisch dank der leichten Gruppe. Das Halbfinale wäre ein Erfolg, der Titel eine grosse Überraschung. Die Quoten um 30.00 reflektieren die Einschätzung als Aussenseiter mit Potenzial.