Portugal bei der WM 2026: Nach Ronaldo eine neue Ära?

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Die Frage hängt über dem portugiesischen Fussball wie ein Schatten: Was kommt nach Cristiano Ronaldo? Der Mann, der Portugal 2016 zum ersten grossen Titel führte, der über 130 Länderspieltore erzielte und zwei Jahrzehnte lang den Massstab für Exzellenz setzte, ist bei der WM 2026 entweder nicht mehr dabei oder nur noch eine Randfigur. Diese Realität zwingt Portugal zu einem Wandel, der schmerzhaft, aber unvermeidlich ist. Ich habe die Entwicklung der Seleção seit der EM 2024 intensiv verfolgt, und was ich sehe, ist eine Nation im Übergang — mit enormem Talent in den Startlöchern, aber auch mit der schweren Last einer Legende, die niemand wirklich ersetzen kann. Die WM 2026 wird zeigen, ob Portugal eine neue Identität finden kann oder ob die Post-Ronaldo-Ära mit einem Vakuum beginnt, das Jahre brauchen wird, um gefüllt zu werden.
Die gute Nachricht ist, dass Portugal keinen Mangel an Talent hat. Die Generation, die nach Ronaldo kommt, ist möglicherweise die talentierteste in der Geschichte des Landes — und das will bei einer Nation, die Eusébio, Figo und Ronaldo hervorgebracht hat, etwas heissen. Spieler wie Rafael Leão, João Félix, Vitinha und andere sind bei europäischen Topclubs etabliert und bringen individuelle Qualität auf Weltklasseniveau mit. Die Frage ist nicht, ob Portugal gute Spieler hat, sondern ob diese Spieler ohne die magnetische Präsenz Ronaldos ein funktionierendes Team bilden können. Die Hierarchie muss neu definiert werden, Verantwortung muss verteilt werden, und das ist bei einem Turnier wie der WM eine enorme Herausforderung.
Portugals WM-Geschichte ist eine Mischung aus Triumph und Tragödie. Der dritte Platz 1966 mit Eusébio bleibt der beste WM-Abschluss, während die Jahre danach von Enttäuschungen geprägt waren. Die goldene Generation um Figo und Rui Costa scheiterte regelmässig, und selbst mit Ronaldo kam Portugal bei Weltmeisterschaften nie über das Halbfinale hinaus. Die WM 2026 bietet die Chance, Geschichte zu schreiben — aber nur, wenn das Team die Übergangsphase meistert.
Kader: Talenttiefe ohne Grenzen
Portugals Kader für die WM 2026 liest sich wie ein Katalog europäischer Toptalente. In nahezu jeder Position gibt es Weltklassespieler oder solche mit dem Potenzial, es zu werden. Diese Tiefe ist ein Luxusproblem, das viele Trainer gerne hätten.
Im Tor steht Diogo Costa, der sich bei Porto zum Stammkeeper entwickelt hat und bei der EM 2024 im Elfmeterschiessen glänzte. Seine Reflexe sind exzellent, sein Spiel mit dem Fuss verbessert sich ständig. Dahinter warten Rui Patrício und jüngere Talente als solide Alternativen.
Die Verteidigung bietet Erfahrung und Jugend. Rúben Dias von Manchester City ist der Abwehrchef, einer der besten Innenverteidiger der Welt mit Führungsqualitäten und Zweikampfstärke. António Silva hat sich bei Benfica zum Nationalspieler entwickelt und bringt Dynamik mit. Die Aussenverteidiger Nuno Mendes und João Cancelo bieten offensive Qualität auf höchstem Niveau — beide können Spiele aus der Defensive heraus entscheiden.
Das Mittelfeld ist das Herzstück. Bruno Fernandes von Manchester United ist der kreative Kopf, dessen Pässe und Schüsse Spiele entscheiden können. Vitinha von PSG hat sich zum Weltklasse-Mittelfeldspieler entwickelt, der das Spiel kontrolliert und orchestriert. Bernardo Silva von Manchester City bringt technische Brillanz und taktische Intelligenz mit. Die Optionen sind endlos, und die Qual der Wahl ist real.
Im Sturm hat Portugal nach Ronaldo eine neue Hierarchie. Rafael Leão von AC Milan ist der neue Star, ein Dribbler mit Tempo und Torgefahr, der Spiele allein entscheiden kann. João Félix, obwohl seine Karriere inkonstant verlief, hat das Talent für grosse Momente. Gonçalo Ramos hat sich als klassischer Neuner etabliert und trifft regelmässig. Die Offensive ist vielfältig und gefährlich.
Die neue portugiesische Welle
Rafael Leão ist der Spieler, auf den Portugals Hoffnungen ruhen. Der Milan-Star hat alle Werkzeuge eines Weltklassestürmers: Tempo, das Verteidiger verzweifeln lässt, Technik auf höchstem Niveau, Dribbling, das an die grossen Flügelspieler erinnert, und einen Abschluss, der sich stetig verbessert. Seine Inkonstanz ist das einzige Fragezeichen — an guten Tagen ist er unspielbar, an schlechten verschwindet er im Spiel. Aber wenn er in Form ist, kann er jeden Verteidiger der Welt überwinden und Spiele allein entscheiden. Bei der WM 2026 wird er die Chance haben, sich als neuer Anführer der portugiesischen Offensive zu etablieren und aus dem Schatten Ronaldos zu treten.
Vitinha verkörpert das moderne Mittelfeld auf perfekte Weise. Sein Passspiel ist präzise und kreativ, seine Ballkontrolle unter Druck makellos, seine Spielintelligenz auf höchstem Niveau. Bei PSG hat er sich gegen starke Konkurrenz wie Verratti und andere durchgesetzt und ist zum unverzichtbaren Spieler im Zentrum geworden. Für Portugal bietet er die Kontrolle und den Rhythmus, den ein Team bei einem langen Turnier braucht. Seine Fähigkeit, das Tempo zu bestimmen und Angriffe einzuleiten, wird entscheidend sein.
Bruno Fernandes bringt die Erfahrung und die Unberechenbarkeit mit, die Portugal braucht. Bei Manchester United ist er der kreative Kopf, dessen Pässe, Schüsse und Standardsituationen Spiele entscheiden. Seine Mentalität ist stark, seine Führungsqualitäten entwickeln sich, und seine Fähigkeit, in wichtigen Momenten zu liefern, ist dokumentiert. Als wahrscheinlicher Kapitän wird er die Verantwortung tragen, das Team in schwierigen Situationen zu führen.
Die Breite der Talente ist beeindruckend und macht Portugal zu einem der tiefsten Kader der WM. Spieler wie Pedro Neto, Francisco Conceição, Diogo Jota und andere drängen auf Einsätze und bieten dem Trainer Optionen für verschiedene Spielsituationen. Diese Tiefe könnte Portugals grösster Trumpf sein — die Fähigkeit, frische Spieler einzuwechseln, müde Gegner zu überrollen und Spiele in den Schlussminuten zu entscheiden.
Gruppe K: DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien
Portugals Gruppe ist auf dem Papier machbar, birgt aber mit Kolumbien einen ernstzunehmenden Gegner, der den Unterschied zwischen Gruppensieg und zweitem Platz ausmachen wird. Die südamerikanische Mannschaft ist die wahre Prüfung der Gruppenphase und wird zeigen, wie weit Portugal in der Post-Ronaldo-Ära bereits ist.
Kolumbien ist der Gradmesser und das Schlüsselspiel der Gruppe. Die „Cafeteros“ haben eine talentierte Mannschaft mit Spielern wie Luis Díaz von Liverpool und anderen Stars aus europäischen Topligen. Die südamerikanische Spielkultur, die Leidenschaft und die taktische Disziplin machen Kolumbien zu einem unangenehmen Gegner für jeden Favoriten. Das Spiel wird wahrscheinlich über den Gruppensieg entscheiden und hat K.o.-Charakter. Die Quote für einen portugiesischen Sieg liegt bei etwa 1.90, was die Ausgeglichenheit des Duells reflektiert. Ein Unentschieden ist ebenfalls realistisch.
DR Kongo kehrt nach über 50 Jahren Abwesenheit zur WM zurück — das letzte Mal war das Land als Zaire 1974 dabei. Das Team wird mit enormem Enthusiasmus und afrikanischem Stolz spielen. Die Qualifikation über den afrikanischen Kontinent war hart umkämpft, und die Mannschaft bringt athletische Stärke und Kampfgeist mit. Dennoch ist Portugal der klare Favorit mit Quoten um 1.40 für einen Sieg.
Usbekistan ist der WM-Debütant der Gruppe und repräsentiert den zentralasiatischen Fussball auf der grössten Bühne. Das Team hat sich über die harte asiatische Qualifikation durchgesetzt und wird das Turnier als Aussenseiter geniessen. Gegen Portugal ist ein deutlicher Sieg zu erwarten, die Quote liegt bei etwa 1.20. Hier bieten sich Torwetten an.
Meine Prognose: Portugal beendet die Gruppenphase auf Platz eins oder zwei, abhängig vom Duell mit Kolumbien. Die Mannschaft sollte mindestens sechs Punkte holen und hat gute Chancen auf den Gruppensieg, falls das Team früh Selbstvertrauen tankt.
Quoten und Wettempfehlungen
Die Buchmacher sehen Portugal als einen der Favoriten der zweiten Reihe, mit Quoten zwischen 12.00 und 15.00 auf den WM-Titel. Diese Einschätzung reflektiert das Talent im Kader, aber auch die Unsicherheit über die Teamchemie in der Post-Ronaldo-Ära.
Das Erreichen des Halbfinals wird mit Quoten um 2.50 angeboten, was angesichts der Kaderqualität Value bietet. Die Gruppenphase sollte machbar sein, und im Achtelfinale ist Portugal gegen die meisten Gegner favorisiert. Das Viertelfinale ist mit einer Quote um 1.70 eine solide Option.
Bei Spielerwetten dominiert Leão. Als Torschützenkönig wird er mit Quoten um 18.00 angeboten, was angesichts seiner Rolle im Team interessant ist. Bruno Fernandes als Scorer bietet Value mit Quoten um 20.00, da er Freistösse und Elfmeter schiesst.
Meine Einschätzung: Portugal ist fair bewertet, möglicherweise leicht unterbewertet, wenn das Team die Identitätsfrage löst. Die beste Value-Option sehe ich bei „Portugal erreicht das Viertelfinale“ mit einer Quote um 1.70.
Meine Prognose
Nach Analyse aller Faktoren sehe ich Portugal als einen der sechs bis acht wahrscheinlichsten Weltmeister 2026. Das individuelle Talent ist auf dem Niveau der absoluten Topnationen, aber die Teamchemie muss sich erst entwickeln. Die Post-Ronaldo-Ära ist ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang — es könnte eine Befreiung sein, die neue Kreativität freisetzt, oder ein Vakuum, das das Team lähmt.
Kritische Faktoren sind die Führungsfrage und die Integration der jungen Stars in ein funktionierendes System. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es eng wird? Wer tritt den entscheidenden Elfmeter? Wer motiviert das Team nach einem Rückstand? Bruno Fernandes ist der wahrscheinlichste Kapitän und hat die Persönlichkeit dafür, aber Leão und Dias müssen ebenfalls in Führungsrollen wachsen. Die Antwort auf diese Fragen wird den Turnierverlauf massgeblich bestimmen.
Die Stärke liegt in der offensiven Vielfalt. Portugal kann aus verschiedenen Positionen Tore erzielen, hat Tempo über die Flügel, Kreativität im Zentrum und Optionen für verschiedene taktische Ansätze. Die Defensive ist solide, aber nicht auf dem Niveau der absoluten Topmannschaften — hier könnte sich entscheiden, wie weit Portugal kommt.
Meine Wahrscheinlichkeitseinschätzung: Gruppenphase überstehen — 95 Prozent. Achtelfinale überstehen — 70 Prozent. Viertelfinale erreichen — 60 Prozent. Halbfinale erreichen — 40 Prozent. Finale erreichen — 22 Prozent. WM-Titel — 10 Prozent. Diese Zahlen ordnen Portugal als ernsthaften Anwärter ein, aber mit erhöhtem Risiko aufgrund der Übergangsphase.
Für Wetten empfehle ich „Portugal erreicht das Viertelfinale“ mit einer Quote um 1.70 als solide Basis für Kombiwetten. Der Check der Gruppe K zeigt die Konstellation und mögliche Stolpersteine auf dem Weg zum Achtelfinale. Wer mutiger ist, kann auf das Halbfinale setzen — die Quote um 2.50 bietet gutes Value bei einem talentierten Kader, der auf der Suche nach neuer Identität ist und beweisen will, dass Portugal auch ohne Ronaldo zu den Besten gehört.